Agility- Hundespaß für Jung und Alt


Übungszeiten: Bitte hier klicken (PDF)

Ansprechpartner: Klaus Friedrich Tel.: 0173/9943601

Achtung Suchtgefahr!  Achtung Suchtgefahr!  Achtung Suchtgefahr!


Agility

Herkunft

Wer kennt ihn nicht, den weisen Ausspruch von unserem dicken Gallier? - „ Die spinnen die Briten ! “.

Gemeint hat er wohl das Pausenprogramm der Cruft´s Dog Show am 10.Februar 1978. Damals ließ man zwei Teams mit jeweils vier Hunden, alle in netten Mannschaftstrikots, einen dem Pferdesport nachempfundenen Hindernisparcours absolvieren. Die Briten ließen ihren 5-Uhr-Tee kalt werden und waren begeistert von der Vorführung. Zunächst waren natürlich weder einheitliche Gerätschaften, noch ein entsprechendes Regelwerk vorhanden, aber wer die sportbegeisterten Briten, allen voran John Varley und Peter Meanwell, die als Männer der ersten Stunde hinter dieser Agiltiy Demonstration steckten, kennt, kann sich vorstellen, dass aus den anfänglichen Improvisationen bald straff organisierte Wettbewerbe mit einheitlichem Reglement hervorgingen.

Auf unserer Seite des Kanals konnte diese neue Hundesportart erstmals anlässlich der FCI-Welthundeausstellung im Jahre 1991 in Dortmund bestaunt werden.

Bedeutung

Kreuzworträtsel: Umschreibung mit vier Buchstaben für behändig, geschickt oder flink ?  Lösung: agil.

Agility steht also für die englische Übersetzung des Begriffs Behändigkeit und bezeichnet eine Sportart die auf 6 Pfoten ausgeübt wird. Zwei davon bringt der Mensch ein, die vier anderen kommen vom Partner Hund. Keiner der beiden Partner kommt bei diesem schnellen Sport ohne den anderen aus – nur miteinander, als Team, kann man den Anforderungen eines Parcours entsprechen.

Aufgabenstellung

„Agility ist eine Disziplin, die allen Hunden offen steht. Sie besteht darin, sie die verschiedenen Hindernisse überwinden zu lassen, mit der Absicht, ihre Intelligenz und ihr Behändigkeit zu überprüfen. Es handelt sich um ein erzieherisches und sportliches Spiel, welches u.a. dazu dient, ihre Sozialverträglichkeit zu fördern und die Eingliederung in die Gesellschaft begünstigt. Die Disziplin erfordert eine gute Harmonie von Hund und Hundeführer und endet im vorzüglichen Einvernehmen in der Gruppe. Es ist also Voraussetzung, dass die Teilnehmer die elementaren Grundlagen von Erziehung und Gehorsam besitzen“ (Präambel des FCI-Agility-Reglement).

Einfacher gesagt: Das Mensch/Hunde-Team muss einen 100 – 200 m langen Parcours mit 12 – 20 Hindernissen möglichst fehlerfrei, in der vorgegebenen Reihenfolge der Hindernisse und innerhalb einer vorgegebenen Zeit bewältigen.

Hindernisse können dabei offene und geschlossene Hürden, Mauer, Viadukt, Tisch, Tunnel, Sacktunnel, Weitsprung, Slalom, Reifen und die Kontaktzonengeräte Wippe, Laufsteg und A-Wand sein.

Der Hund erlernt im Training die einzelnen Hindernisse in wechselnder Anordnung, in einem Turnier überrascht der jeweilige Leistungsrichter die Teilnehmer jedoch mit einer Zusammenstellung der bekannten Hindernisse, die neben dem Regelwerk einzig seiner Fantasie entspringt. Die Hundeführer haben gemeinsam – aber ohne Hund !!! - vor ihrem Start 5 Minuten Gelegenheit sich die Hindernisfolge einzuprägen. Danach beginnt die nicht immer einfache Aufgabe den Hund ohne Leine und Halsband und ohne Berührung so anzuleiten, dass er der Aufgabenstellung des Parcours gerecht werden kann. Einzig Körpersprache und Zuruf verbleiben dem Teampartner Mensch, sein vierbeiniges Energiebündel zu unterstützen; Leckerlis und Spielis sind im Turnierparcours strengstens verboten.

 

Auswahl des vierbeinigen Sportgerätes

Grundsätzlich sind alle Hunde für diese Sportart geeignet, soweit sie körperlich aber auch geistig gesund sind. Hüftgelenksprobleme, Herzfehler, Wirbelsäulenschäden oder übergroßer schwerer Körperbau mancher Rassen sind beim Agility-Sport nicht nur hinderlich sondern extrem gesundheitsgefährdend. Die Wachstumsphase des Hundes sollte abgeschlossen sein, bevor mit dem Sprungtraining ernsthaft begonnen wird. Vor dem Einstieg in eine entsprechende Sportlaufbahn sollte der Weg zumTierarzt selbstverständlich sein.

Zur Wahrung der Chancengleichheit legt das Reglement eine Aufteilung in drei Größenklassen fest. Entsprechend dieser Einteilung erfolgt auch eine Berücksichtigung der jeweiligen Geräte- bzw. Hindernishöhen:

 

Größenklasse

Widerristhöhe

Hürdenhöhe

Small (S)

kleiner als 35 cm

25 – 35 cm

Medium (M)

ab 35 cm und kleiner als 43 cm

35 – 45 cm

Large (L)

ab 43 cm

55 – 65 cm

 

 

Leistungsklassen und Startvoraussetzungen

Wer den Sport wettkampfmäßig betreiben will benötigt eine Begleithundeprüfung mit Verhaltenstest (BH/VT). Das Mindestalter hierfür beträgt 15 Monate. Danach kann der identifizierbare Hund (Chip oder Tätoo erforderlich) in der Beginner-Klasse (oder auch A 0 genannt) starten. In dieser Klasse wird noch ein leichterer Parcoursverlauf vorgegeben und die Hindernishöhen werden in den jeweiligen Größenklassen nochmals um 5 – 10 cm reduziert. Die Wippe, der Reifen und der Slalom werden hier noch nicht gestellt.

Prüfungsstufe A 1:

Unter den gleichen sonstigen Voraussetzungen wie bei den Beginnern, jedoch mit dem vorgegebenen Mindestalter des Hundes von 18 Monaten. Die oben genannten Höhen werden jetzt beachtet und der Parcours wird anspruchsvoller. Alle Geräte können jetzt Verwendung finden.

Prüfungsstufe A 2:

Startberechtigt ist der Hund, für den dreimal innerhalb von VDH-geschützten Prüfungen eine Platzierung 1 – 3 mit fehlerfreien vorzüglichen Ergebnissen oder fünf fehlerfreie vorzügliche Ergebnisse ohne Platzierung unter mindestens zwei verschiedenen VDH-Agility-Richtern in der Stufe A 1 nachgewiesen werden.

Ein Abstieg aus der Klasse 2 in die Klasse 1 ist freiwillig. Für einen erneuten Aufstieg sind die oben genannten Bedingungen erneut zu erfüllen.

Prüfungsstufe A 3:

Analog den Aufstiegsvoraussetzungen nach A 2

 

Senioren – Klasse:

Ein Start in dieser Klasse liegt im Ermessen des Hundeführers, sofern der vorgestellte Hund mindestens 6 Jahre alt ist. Auch in dieser Klasse wird die Hindernishöhe um 5 – 10 cm reduziert, der Reifen und der die Wirbelsäule belastende Slalom werden nicht gestellt.

 

Jumping:

Der Jumping wird in den Prüfungsstufen 1 – 3 angeboten. Ein Jumping-Parcours ist in erster Linie auf Geschwindigkeit ausgerichtet. Die Kontaktzonengeräte werden deshalb nicht eingebaut.

 

Spiele:

Teilnahmeberechtigt sind alle Hunde, welche die Voraussetzungen für den Start in der Beginner-Klasse erfüllen.

 

 

The winner is …

 

Sieger in der jeweiligen Größen- und Leistungsklasse ist das Team, das den Parcours mit der geringsten Fehlerzahl absolviert hat. Bei mehreren Teams mit gleicher Fehlerzahl entscheidet die kürzere Laufzeit.

 

Fehler zeigt der im Parcours befindliche Agility-Leistungsrichter unter anderem an für den Abwurf von Hindernisstangen, das Verweigern des Hundes vor einem Hindernis, das Vorbeilaufen an einem Hindernis, das Überspringen der Kontaktzonen, das unkorrekte Durchlaufen des Slaloms oder die Überschreitung der Sollzeit. Andere Fehler, wie z.B. das Überspringen eines Hindernisses von der falschen Seite oder in der falschen Reihenfolge oder das vorzeitige Verlassen des Parcours durch den Hund führen zur sofortigen Disqualifikation, dem in der Hundlersprache ungeliebten sogenannten „Dis“.

Aber auch in einem solchen gar nicht so seltenen Fall kommt es auf den zweibeinigen Teil des Teams an, seinen Sportsgeist zu beweisen, den Hund weiter zu motivieren und ihn trotz aller persönlicher Enttäuschung für seine Arbeit zu loben – der Hund wird niemals wissen, warum Herrchen jetzt traurig ist.

 

Nach dem mehr oder weniger erfolgreichen Zieldurchlauf schließt sich der Kreis zu den Ursprüngen dieser Hundesportart.

Die Ideengeber stellten drei Vorgaben auf, denen dieser Sport gerecht werden sollte.

„Must be fun, must not be dangerous, and must have spectator appeal”.

 

Aus diesem Anforderungskatalog hat sich bis zum heutigen Tage der Grundgedanke des Agility erhalten:

 

„Agility is fun“

 

Autor

Klaus Friedrich

Agility-Ausbildewart

0173/9943601

 

Die Geräte im Agility

Hürde

Hürden können zwischen den Pfosten verschiedenartig konstruiert sein:

  • mit Abwurfstangen aus Holz oder festem Kunststoff (kein Metall)
  • mit ausgefüllten Flächen
  • mit durchbrochenen Flächen
  • mit Flächen, und Bürsten.

 

Die Doppelhürde

Die Doppelhürde besteht immer aus der Vereinigung von zwei einfachen Hürden. Sie werden in ansteigender Linie aufgestellt, mit einem Höhenunterschied von 15-25 cm.

 

Mauer/Viadukt

Zwischen den Posten besteht bei der Mauer eine ausgefüllte Fläche, die beim Viadukt 1 oder 2 Oeffnungen in Form eines Tunnels enthält. Auf dem oberen Teil von Mauer/Viadukt werden abwerfbare, halbrunde Elemente aufgesetzt.

Der Reifen

Weitsprung

Der Weitsprung ist aus mehreren Elementen zusammengesetzt, die in einem regelmässigen Abstand zueinander stehen, um einen weiten Sprung zu ermöglichen.

 

Fester Tunnel und Sacktunnel

Der Tunnel ist flexibel und erlaubt es, einen oder mehrere Bogen zu bilden.

Eine etwas andere Version bildet der Stofftunnel. Ziel ist es, dass der Hund den 'Sack' mittels Durchlaufen hebt und am Ausgang wieder herauskommt

 

Der Stangenslalom

Der Slalom ist sicherlich eines der spektakulärsten Agilityhindernisse. Hier kann der Hund zeigen was in ihm steckt. Ziel ist es, dass der Hund, immer beginnend von der rechten Seite das Hindernis im Zickzack durchläuft. Dementsprechend schwierig und zeitaufwendig ist das Anlernen

 

Kontaktzonengeräte

Kontaktzonen sind die rot markierten Bereiche an Wippe, Steg und Schrägwand. Sowohl beim Auf- als auch beim Abgang muss der Hund mit mindestens einer ganzen Pfote auf diese Bereiche auftreten.

Die Schrägwand

Der Laufsteg

Gute Balance und Konzentration sind beim Laufsteg gefragt, denn die Hunde dürfen nicht während der Übung herunterspringen

 

Die Wippe

Die Problematik der Wippe liegt darin, dass der Hund beim Abkippen erschrecken kann.

 

Der Tisch

Auf den Tisch muß der Hund springen und dort - das ist die Schwierigkeit - 5 Sekunden verharren.

 

Der Parcours

Ein Agility-Parcours wird auf einem Gelände von mindestens 40 x 20m aufgebaut und setzt sich aus den geschilderten Hindernissen zusammen. Der Parcours wird unmittelbar vor einem Wettkampf vom Richter nach dessen Vorgaben gestellt.Die Strecke darf je nach Prüfungsstufe zwischen 100 bis 200 Meter lang sein und umfasst 12 bis 20 Himdernisse. Bei der anschließenden Parcoursbegehung hat der Hundeführer einige Minuten Zeit, sich ohne Hund den Parcoursverlauf einzuprägen. Es ist somit nicht möglich, den Parcours vor einer Prüfung mit seinem Hund zu üben. Die Hindernisse müssen nun exakt in der vom Richter bestimmten Reihenfolge, möglichst ohne Fehler überwunden werden.

Agility Bildergalerie Juni 2008

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